Weltpremiere: Der Einheitswein Deutschlands (Ich sehe rot)

Da steht er vor mir, der zweite Einheitswein aus Geisenheim zum Silberfest der Republik, und ich sehe rot. Kein Wunder, dank Spätburgunder. Denn der bestimmt die Cuvée noch intensiver, als der Riesling das weiße Pendant.

Jenseits der hierzulande meistangebauten roten Rebsorte haben es nur etwas Regent von der Nahe und Domina aus Franken in den Verschnitt aus allen 13 deutschen Weinanbaugebieten geschafft. Eine gute, auch historisch wohlbegründete Entscheidung der Geisenheimer Studenten, schließlich blickt landesweit keine andere Traube auf eine längere Anbautradition zurück als der Spätburgunder. Und bis Cabernet Sauvignon, Syrah und weitere ursprünglich im Süden beheimatete Rebsorten nicht nur als mutige Experimente gelten, sondern sich etabliert haben, wird noch einige Zeit vergehen und es sowieso noch etwas wärmer werden müssen.

Wie bei der weißen Einheitswein-Cuvée ist es gelungen, dem Tropfen Fülle bei vergleichsweise moderatem Alkoholgehalt zu verleihen. Chapeau. Gerade einmal 12 % vol. bringt der Rote auf die Waage und vereint so langanhaltende Aromen mit Trinkvergnügen. Typische Spätburgunder-Aromen von Erdbeere bis dezenter Kirsche bestimmen. Ein Wein, den ich bedenkenlos zu Kalb oder Reh ins Glas gießen würde.

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