Im Glas: Château Curson Crozes-Hermitage 1999

Der Korken leuchtet rotschwarz, getränkt von 16 Jahre altem Syrah aus einem Seitental der nördlichen Rhône. Kreiert von Etienne Pochon, einem leisen und sympathischen Winzer mit einem Faible für elegante Weine mit Tiefe und Struktur.

Kann ein Syrah etwas anderes sein als ein Muskelprotz? Gerade die Vertreter aus der so genannten neuen (Wein-)Welt – Südafrika, Australien, USA – legen eben das nahe, sind sie zumeist doch vom ersten Moment an unglaublich präsent, kraftvoll, enorm expressiv und mit strammem Alkohol, gern auch mehr als 15 % vol.

Nicht so der Château Curson Crozes-Hermitage, der es langsamer angehen lässt. Schon mit vergleichsweise dezenten 12,5 % vol. setzt er den Kontrapunkt. Auch das Bouquet übt sich zunächst in Understatement: Volle, wenngleich nicht wuchtige Syrah-Aromen von dunkler Schokolade, dunklen Beeren und mediterranen Kräutern. Am Gaumen aber zeigt sich sein wahrer Charakter: Frucht und intensive Aromen von weißem Pfeffer, fast sanftes Tannin – und eine unglaubliche Frische.

Getrunken sein will der 1999er jedoch flott, sobald er im Glas ist. Idealerweise zu Reh oder Kalb, die er mit seiner filigranen Struktur und vielschichtigen Aromatik wunderbar umspielt.

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