Ganz einfach erklärt: John Blackwell

Der John war ein sehr guter Trommler. Um genau zu sein: ein sehr, sehr guter. Er spielte nicht nur unglaubliche Dinge, sondern hatte auch den Beat.


Er spielte mit vielen Großen. Und er spielte mit dem Größten.


Mit drei fing der John an und tat das fast 40 Jahre. Dann kam der Gehirntumor. Der John wurde nur 43.

Ganz einfach erklärt: Modern präsidial

Beleidigen, protzen, Lügen zu Fakten und Fakten zu Lügen erklären, kindische Videos posten, twittern statt regieren, sich die Haut mit Orange anmalen und das lichte Haar zur tollkühnen Frisur türmen lassen. Im Bademantel durchs Weiße Haus schlurfen, ständig den Fernseher an, Mauern bauen und Regierungschefs schubsen. Klingt nach nicht mehr ganz dicht. Blödsinn: ist modern präsidial.

Sagt der, der seit fast einem halben Jahr als 45. Präsident von Amerika wie ein Tourette-Patient ohne medizinische Betreuung elefantengleich durch den Porzellanladen rauscht. Narzisstisch, borniert, dünnhäutig und von Verfolgungswahn gepeitscht, prügelt er wild um sich und auf alles ein, was nicht vor ihm buckelt.

Jüngste Opfer: die Mika und der Joe, weil die in ihrer Sendung auf NBC nicht niederknieten, und der Nachrichtensender CNN, den der Patient per Faustschlag zum FNN erklärte, zum Fraud News Network, zum Betrüger-Nachrichten-Netzwerk.


Was sagt man so einem durchgeknallten Lümmel und seiner speichelleckenden Bande? Der Anderson weiß es.

Ganz einfach erklärt: Eduard Lopatka

Der Eduard ist Arzt. Patienten sagen über ihn, er sei ein guter Arzt. Seit Januar 2017 steht der Eduard vor dem Straflandesgericht Graz, weil er seine vier Kinder über Jahre sehr schlecht behandelt haben soll.

Der Eduard, sagt die Anklage, habe die Kinder, drei Mädchen und ein Junge, jahrelang gequält. Demnach spritzte er ihnen schwere Beruhigungsmittel, verabreichte Tabletten in hohen Dosen, nötigte sie in Kindesjahren zum Rauchen und überließ Suchtgifte.

Besonders grausam seien abartige Handlungen gewesen, die der Eduard vor den Augen seiner Kinder inszenierte. Sie wurden Zeugen von Selbstverstümmelungen, Selbstmorddrohungen und -versuchen. Demnach bohrte sich der Eduard einen Schraubenzieher in den Bauch, fotografierte die Verletzung und verlangte von einer Tochter, das Werkzeug herauszuziehen.

Stimmt nicht, behauptet der Eduard, jedenfalls nicht alles. Das mit dem Schraubenzieher gibt er zu. Auch dass er versucht habe sich aufzuhängen. Sterben habe er jedoch nicht wollen. Vor Gericht sagt der Eduard: „Ich hab gewusst, der Strick reißt. Aber ich wollte wissen, wie das Gefühl ist.“

Der Richter ordnet an, dass der Eduard von einem Psychiater untersucht wird. Der Manfred, Professor an der Universität Graz, wird vom Gericht als Gutachter bestellt. Doch er bittet bald um Enthebung, wegen „einer ganzen Reihe von Interventionsversuchen durch Kollegen, aber auch Politiker“.

Der Bruder vom Eduard ist der Reinhold. Der ist ein hochrangiger Politiker der Österreichischen Volkspartei (ÖVP). Der Eduard erklärt laut ORF, seines Wissens habe der Reinhold sich nicht eingemischt.

Bis zum Ergebnis der psychiatrischen Untersuchung ist die Verhandlung vertagt.

Ganz einfach erklärt: POTUS, Pittsburgh und Paris

Experten sind überzeugt: Es liegt am Schokoladenkuchen. Kürzlich: Erst Dessert, dann Irak (oder Syrien) bombardieren. Jetzt: Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen.


Doch es gibt andere, die sagen: Nicht der Kuchen ist das Problem, sondern der Donald selbst.


Ob der Donald eine Schokoladenkuchen-Allergie hat oder nicht, ist ungewiss. Dabei müsste er sich einfach nur mal untersuchen lassen.

Ganz einfach erklärt: Sean Spicer

Der Sean ist der Pressesprecher vom Donald und damit quasi seine rechte Hand. Über dem Donald seine Hände ist zu hören, dass sie klein sein sollen. Der Sean ist 1,73.

Ein Riese ist er nicht, dafür hat er ein breites Kreuz. Auch wenn er in seinem engen Anzug aussieht als ob er da gleich rausplatzt, ist er nicht der Hulk. Sondern die ärmste (saugut bezahlte) Sau von Amerika. Weil er täglich die News zu Fake News und Fake News zu News erklären muss.

Wie jetzt nach der ersten Staatsreise vom Donald, der wie ein Elefant durch den Porzellanladen von Saudi Arabien über Israel und den Vatikan bis Belgien rumpelte. Das, so der Sean, „historisch“, „außerordentlich“ und „einzigartig“.


Bei 1,73 und einem raumfüllenden Kreuz kann allein schon rechnerisch der Unterbau nicht allzu lang sein. Dass Lügen kurze Beine haben, behauptet nur ein Sprichwort.

„Es ist unsere Absicht, Sie nie anzulügen“, sagte der Sean bei seinem ersten Pressebriefing und nannte die Vereidigungsfeier vom Donald die „größte aller Zeiten“, weil: „Manchmal werden wir die Fakten unterschiedlich interpretieren.“

Ganz einfach erklärt: Melania Trump

Die Melania ist dem Donald seine Ehefrau. Die Liebe ist so groß, dass sie nicht in eine Stadt passt, sondern zwei braucht. Deshalb wohnt die Melania in New York und der Donald in Washington.

Sehen sie sich trotzdem mal, ist die Liebe kaum auszuhalten. Da sprühen Funken schon beim Hände halten. Was bei großer Hitze zu Explosionen führen kann. Oder Gewitter. Und das ist schlecht für die Frisur. Die Melania weiß das.

Ganz einfach erklärt: James Comey

Der James sollte am 11. Mai 2017 vor einem Ausschuss aussagen. Thema: Der Donald und Verbindungen nach Russland beim Wahlkampf.

Vor dem Ausschuss tauchte der James nicht auf. Seit dem 9. Mai 2017 ist er nicht mehr Chef vom FBI, der Bundespolizei, und somit auch nicht mehr Chefermittler. Dafür hat der Donald gesorgt, der den James am 9. feuerte.

Seitdem tritt der Donald nach: Der James sei ein „Angeber“, ein „Blender“, unbeliebt bei seinen Mitarbeitern und sowieso unfähig. Und er droht ihm. Das klang vor ein paar Monaten noch ganz anders, nachdem der James quasi Steigbügelhalter vom Donald in den Präsidentensattel war. Mit Andeutungen zur E-Mail-Affäre der Donald-Konkurrentin Hillary sorgte der James wenige Tage vor der Wahl für einen Mediensturm. Dass der James wenige Stunden vor der Wahl zurückruderte, ging im Tosen des Wahltags unter.

Dass der James dann aber anfing mit Ermittlungen, die dem Donald Feuer unter dem Präsidentensessel machen könnten, ließ dem Donald das Toupet hochgehen. Stichwort: mögliche Manipulation der Präsidentenwahl durch dem Donald sein Herzensmensch Vladimir.

Gar nicht wahr, sagt der Donald, gefeuert wurde der James aus ganz anderem Grund: Weil er Fehler machte bei den Ermittlungen zur E-Mail-Affäre von der Hillary, als FBI-Chef eine Pfeife und sowieso unfähig sei.

Kaum zu glauben, sagt die vom Donald so genannte Lügenpresse, und fragt, wie es sein kann, dass der Präsident den Chefermittler ausgerechnet während Ermittlungen gegen den Präsidenten vor die Tür setzt.






Lieber Direktor Comey,
ich habe vom Generalbundesanwalt und seinem Stellvertreter die angehängten Briefe erhalten, die Ihre Entlassung als Direktor des Federal Bureau of Investigation empfehlen. Ich habe diese Empfehlung akzeptiert, Sie sind hiermit entlassen und werden mit sofortiger Wirkung aus dem Amt entfernt.
Ich weiß es zwar sehr zu schätzen, dass Sie mich in drei verschiedenen Situationen darüber informiert haben, dass nicht gegen mich ermittelt werde; dennoch stimme ich mit dem Justizministerium darin überein, dass Sie nicht in der Lage sind, das FBI effektiv zu führen.
Es ist essenziell, eine neue Führung für das FBI zu finden, die das Vertrauen der Öffentlichkeit und das Zutrauen in die Kernaufgaben seiner Aufgaben in der Strafverfolgung wieder herstellt.

Ich wünsche Ihnen für künftige Unternehmungen bestes Gelingen.
Donald J. Trump

Ganz einfach erklärt: Watergate

Der Richard war der 37. Präsident von Amerika. Als Präsident, meinte er, könne er sich alles erlauben. Beispielsweise Regierungsbehörden manipulieren, die Justiz behindern, illegale Parteispenden einstreichen, politische Gegner abhören, in Büros einbrechen oder Ermittler feuern, die sich das genauer anschauen wollen.

Der Donald ist der 45. Präsident von Amerika. Als Präsident, meint er, könne er sich alles erlauben. Was alles, ist ganz einfach erklärt. Außer: Gestern hat er den Chefermittler gefeuert, der sich genauer anschauen wollte, was der Donald im schmutzigsten Wahlkampf der Ami-Geschichte so mit den Russen am Hut hatte.

Gegen den Richard wurde ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet. Dem hochkantigen Rauswurf aus dem Weißen Haus – als erster Präsident von Amerika überhaupt -, kam der Richard zuvor, indem er zurücktrat. Dann wurde sein Vize, der Gerald, Präsident und begnadigte den Richard einfach mal so. Und der Richard lebte glücklich und zufrieden noch 20 Jahre, bis er am 22. April 1994 an den Folgen eines Schlaganfalls starb.

Ganz einfach erklärt: How It Is (Wap Bap) von Bibi von BibisBeautyPalace

Die Bibi ist blond, hat lange Haare und ist die große Schwester von Millionen Kindern und Teenies. Dank Youtube, wo die Bibi ständig Videos hochlädt, und zwar in BibisBeautyPalace.

Da zeigt die Bibi, was sie so den Tag über macht. Schminken, Freunde besuchen, mit ihrem Freund Dinge erklären und sonst so Zeugs, das Kinder und Teenies interessiert. Immerhin mehr als vier Millionen, die den Kanal von der Bibi abonniert haben.

Die Bibi ist der Hit. Gut möglich, dass sie sich deshalb dachte oder das gedacht bekam, so einen auch mal zu machen.


Und die Bibi machte wieder mal alles richtig. Viel Pink, romantische Lichter und ein Happyend für die Mädchen; ein Refrain, bei dem selbst Vorschulkinder nicht aus der Windel fliegen; plus Minirock und ein bisschen nackte Haut als Onanieransporn für die Jungs. Eins A: macht in nicht mal 100 Stunden mehr als 20 Millionen Klicks.

Plus 1,5 Millionen Dislikes: Web-Rekord in Deutschland, weltweit Platz acht. So geht Internet: Die Bibi hat es einfach drauf.

Ganz einfach erklärt: Daliah Lavi

Die Daliah konnte ganz schön viel: singen, tanzen, schauspielern und gut aussehen. Geboren wurde sie in Palästina, Erfolge feierte sie vor allem in Deutschland.

„Oh, wann kommst Du“ war der Daliah ihr größter Hit. Damals, 1970. Sie sang aber nicht nur Deutsch, sondern auch Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Hebräisch. Und das mit einer rauchigen Stimme, woran jeder, der die Daliah kannte, die Daliah sofort erkannte.


2009 ging sie auf Abschiedstournee. Danach zog sie sich zurück und lebte in Amerika mit ihrem Mann. Bis gestern.

Ganz einfach erklärt: Graf Yoster gibt sich die Ehre

„Wohin, Herr Graf?“, fragte der Johann, sein Diener. Nach soundso, antwortete Graf Yoster, stieg in den Rolls Royce und 25 Minuten später war der Fall gelöst.

Damals, als Fernsehen noch schwarzweiß war, ging das. Und zwar ohne Explosionen. Jetzt ist der Graf tot. Lukas hieß er, war nicht nur Graf, sondern Schauspieler am Theater und im Film von den Dreißigern bis 2015. Da war er 102. Und bis zum Schluss ein Gentleman.

Ganz einfach erklärt: Billy Kimmel

Der Billy wurde vor ein paar Tagen geboren. Er ist das Kind vom Jimmy und der Molly. Der Billy kam mit einem Herzfehler auf die Welt.

Wäre der Billy nicht sofort nach der Geburt operiert worden, hätte er wahrscheinlich nicht überlebt. Er überlebte, weil der Jimmy reich ist und alles bezahlen konnte. Das werden viele Eltern mit todkranken Kindern in Amerika nicht können, wenn der Donald die Krankenversicherung zu Klump haut.

Denn das hat er vor. Warum? Weil sie ein „Desaster“ sei. Warum sie ein Desaster sei, erklärt der Donald wie gewohnt nicht. Warum? Weil es den Donald nicht interessiert. Warum? Weil Krankenversicherung für die, die wenig oder nichts haben, den Staat Geld kostet. Und weil den Donald nur Gewinne interessieren. Menschen, auch ganz kleine: scheißegal.